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In der Natur gehört Moos zu einer intakten Flora. Aber wenn sich die immergrünen Landpflanzen auf dem Dach breitmachen, sucht der Hauseigentümer in der Regel schnell nach Möglichkeiten für das Entfernen von Moos. Die grünen Pflanzen, die besonders schnell entstehen, wenn sie eine feuchte Umgebung haben, können das äußere Erscheinungsbild des Eigenheims erheblich beeinträchtigen und sind deshalb unerwünscht. Dass das Entfernen von Moos auf den Dachflächen immer häufiger auch in urbanen Gebieten notwendig wird, liegt teilweise am Standort des Hauses. Hier können Verschattungen oder nördliche Ausrichtung die idealen Bedingungen für Moos bieten. Aber auch eine verbesserte Luftqualität ist ein Faktor, der für vermehrtes Wachstum der lästigen Pflanzen auf dem Dach sorgt. Entfernen von Moos als Aufgabe für den Eigenheimbesitzer Nun kann sich der Hausbesitzer selbst an das Entfernen von Moos wagen. Dafür gibt es verschiedene Techniken bzw. Möglichkeiten. So kann der Griff zum Hochdruckreiniger schnelle Abhilfe schaffen. Allerdings ist hier ein vorsichtiges Vorgehen angebracht, damit das Wasser nicht in das Dach eindringt. Kleinere Zwischenräume in den Dachziegeln erschweren das Entfernen von Moos jedoch auch mit diesem Hilfsmittel. Hier muss das Auskratzen der Falzen dann per Hand erfolgen. Wem diese Methode zum Entfernen von Moos jedoch zu langwierig ist, hat zusätzlich die Wahl, ein spezielles Mittel gegen Moos zum Einsatz zu bringen. Aber auch hier sollte darauf geachtet werden, ein biologisches Produkt zu nutzen, dass die Umwelt nicht belastet und weder Ziegel noch Dachrinnen angreift. Entfernen von Moos durch den Dachdecker Egal, für welche Methode der Hausbesitzer sich entscheidet: Ein Dachdecker sollte vor dem Entfernen von Moos auf jeden Fall konsultiert werden, damit sicher gestellt ist, dass es sich nicht schon um tiefer gehende Schäden handelt. Gerade um diese zu vermeiden, empfiehlt es sich das Dach regelmäßig vom Profi reinigen zu lassen und als zusätzlichen Schutz vor Moos und Schimmel eine Beschichtung auf die Dacheindeckung auftragen zu lassen. 1. Einführung Auf geneigten Dächern mit Dachziegeln, Dachstein und Schiefer ist in den letzten Jahren verstärkt eine Grünbildung wahrnehmbar. Trotz der weitestgehenden Unbedenklichkeit dieser Erscheinungen im Hinblick auf Schädigung der Deckwerkstoffe versucht das Faltblatt auf die Ursachen einzugehen und Planern, Anwendern und Sachverständigen Grundlagen und Argumentationshilfen anzubieten. Je nach Standpunkt ist die Grünbildung auf Dächern, Fassaden, Mauerabdeckungen etc. für den einen der sichtbare Ausdruck für die Einbeziehung dieser potentiellen Lebensräume in die Ausbreitungsstrategien entsprechender organischer Pioniere (s. linkes Foto, Flechtenbildung auf einem Ziegeldach – Insel Bornholm) – ein anderer fasst dies eher als Störung seines persönlichen Sauberkeitsempfindens auf. Problematischer wird es, wenn sich zur letzteren Auffassung noch Unsicherheiten im Hinblick auf Schädigungspotentiale bzw. Einflüsse auf die Alterungsbeständigkeit von Bauteilen hinzugesellen. Auch wenn man eher geneigt ist, die Bandbreite der Auffassungen polemisch zu betrachten – hier ökologischer Ansatz, dort „Reinheitsgebot“ in allen Lebenslagen –, ist dennoch eine aufklärende Information vonnöten, die auf Umweltbedingungen eingeht und Fakten und Erfahrungen widerspiegelt. Letzteres zeigt, dass bei über 90% aller beanstandeten Dächer mit Grünbildung neben sonstigen Faktoren die fehlende oder mangelnde Hinterlüftung der Deckung die Hauptursache darstellt. 2. Veränderte Umwelt und Klimabedingungen Nach verschiedenen Studien ist einerseits der niedriger werdende SO 2Gehalt in der Atmosphäre, andererseits die CO 2Konzentration Hauptursache für die Verbreitung von Algen, Pilzen und Flechten. Weiterhin bietet das veränderte Klima (milde Winter, feuchte Sommer) günstige Lebensbedingungen für Mikroorganismen. Durch verminderten Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft sind vermehrt Keime und Sporen in der Umwelt festzustellen. Waren in der Vergangenheit der „saure Regen“ und Pestizide Ursache für „saubere“ Dächer, so muss man heute davon ausgehen, dass sich die Natur verlorenes Terrain zurückerobert – mit der Folge, dass Grünbildung auf den Baustoffen stattfindet. Quelle: WeberBroutin 3. Arten Auf dem Dach anzutreffende Mikroorganismen und Pflanzen: Algen Algen treten überwiegend im Wasser auf, und nur sehr wenige Arten sind außerhalb lebensfähig. Sie sind ein oder mehrzellige autotrophe (sich selbst ernährende) pflanzliche Organismen und erste Zeugen pflanzlichen Lebens. Sie benötigen für ihr Wachstum lediglich Wasser, Licht und Kohlendioxid aus der Luft. Algen sind UVsensibel, weshalb sie auf Südseiten selten anzutreffen sind. Auch längere Trockenzeiten können sie überleben, um bei wieder vorhandenem Wasserangebot erneut zu wachsen. Algen und Pilze sind im Außenbereich mehr oder weniger allgegenwärtig. Ihre Keime verbreiten sich mit dem Wind; in 1 m 3 Luft können je nach Jahreszeit und Ort mehr als 1 Million Keime enthalten sein, die sich auf geeigneten Oberflächen jederzeit ansiedeln können. Pilze Pilze leben überwiegend terrestrisch, also auf dem Land oder an organischem Material. Sie sind heterotrophe (sich nicht selbst ernährende) pflanzliche Organismen, die im Gegensatz zu Algen zwar kein Licht, dafür aber Nahrung benötigen. Sie sind auf Feuchtigkeit und organisches Material wie Stärke, Zucker oder Zellulose angewiesen. Wie die bekannten Vertreter im Wald bilden sie unter der Oberfläche ein verzweigtes Geflecht aus, das Myzel. Von den vielen Pilzarten trifft man am häufigsten Schwärzepilze an, die als Schutz vor UVStrahlung dunkle Pigmente ausgebildet haben. Pilze wachsen überall dort, wo Feuchtigkeit und geeignete Nahrung (das kann auch Schmutz, Vogelkot etc. sein) vorhanden sind. Flechten Flechten stellen eine Symbiose aus Alge und Pilz dar. Sie sind in der Regel erst bei längerem nicht behandelten Bewuchs aus Algen und Pilzen vorzufinden. Moose Moose sind Pionierorganismen, die auf Substratansammlungen, z. B. an den Dachziegelfalzen, siedeln. 4. Grünbildungssyndrome, Vorbeugung, Abhilfen, Checkliste A Grünbildungssyndrome Die mangelnde oder fehlende Hinterlüftung der Dachziegeldeckung ist in beiden Fällen die Hauptursache. B Vorbeugung, Abhilfen Immer vorausgesetzt, dass die natürliche unproblematische Grünpatinierung des Daches unerwünscht ist, stellt die sachgerechte Dachhinterlüftung eine der wichtigsten Maßnahmen zur Vermeidung von Grünbildung dar. Häufig wirkt bei ausgebauten Dächern auch der nachträgliche Einbau von Lüftungselementen/Vorkehrungen an Traufe und First. Auch auf die verschattende Vegetation im Gebäudeumfeld kann durch Zurückschneiden eingewirkt werden. Die Freiflächenplanung sollte allerdings eine weitgehende Freistellung des Gebäudes berücksichtigen. Gegen die weiteren standortbezogenen Faktoren kann in der Regel naturgemäß nichts unternommen werden. Die nachträgliche Beschichtung ist auf Dachziegeln ungeeignet und kann zudem zu Frostschäden führen. C Reinigung mit Wasserdruck Sie sollte möglichst nur in Extremfällen vorgenommen werden, da jede damit verbundene Begehung des Daches, insbesondere durch Laien, zu Schäden führen kann. Bei der Bildung von Moosbesatz ist die mechanische Entfernung zur Vermeidung von Mauerrückstau sinnvoll. D Biozide Das Aufbringen von Bioziden ist für die Umwelt problematisch und kann keinesfalls empfohlen werden (Vergiftung von Grund und Brauchwasser). Zudem ist die Wirkung nur von kurzer Dauer. Kupferblechstreifen als Aussender von Vitriol, am First in Deckung eingearbeitet, werden teilweise als Abhilfe angesehen. Hier sollten allerdings die elektrolytischen Effekte mitbeachtet werden. Zudem kann durchaus der Fall eintreten (wie u. a. unter Kupferelementen, Anschlüssen, Antennen zu beobachten), dass sich im Laufe der Zeit Grünbärte oder sogar dunkle Streifen durch Oxidablagerungen auf der Dachfläche optisch absetzen. E Checkliste für die eigene und gutachtliche Beurteilung der Grünbildung auf Dächern
5. Grünbildungsfaktoren Ohne Anspruch auf eine Rangfolge sind nachstehend die bekannten Ursachen der Grünbildung – neben den bereits grundsätzlich erwähnten ökologischen und klimatischen Zwangsläufigkeiten – aufgeführt. A Standortabhängige Grünbildungsfaktoren A 1 Traufüberragende Vegetation Neben dem Verschattungseffekt spielen hier organische Bestandteile, Blätter, Blütenblätter, Samenflug, eine Rolle. Weiterhin befinden sich in der Hauptwind/Wetterrichtung meistens Grünalgen an Baumstämmen und Ästen, so dass eine Übertragung auf Dachflächen eher gegeben ist als im Falle eines frei stehenden Daches. A 2 Gewässernähe Höhere Luftfeuchtigkeit, aber auch Grünalgen, insbesondere bei Stillgewässern, bilden hier eine besonders günstige Voraussetzung für die Grünbildung. A 3 Verschattung Topographische Besonderheiten, Hanglagen, Kerbtäler etc., aber auch unterschiedlich bedingte Verschattungssituationen, z. B. durch Bäume, Lage des Gebäudes zur Himmelsrichtung, reine Nordlagen einer Dachfläche, Verschattungen durch Dachversetzungen, Gauben etc. A 4 Siedlungsballungsraum/ländlicher Raum Da die Grünbildung auf Dächern, insbesondere die Anwesenheit von Flechten, Indikator für schadstoffarme Luft sein kann, spricht man in der Siedlungsökologie z. B. von „Flechtenwüsten“ in belasteten innerstädtischen Bereichen bzw. Industriegebieten. Es ist aber keinesfalls so, dass der ländliche Raum insgesamt eine schadstoffarme Umwelt aufweist. Hier spielen im Themenzusammenhang der Düngemitteleintrag, durch Winderosion aufgewirbelte Bodenteile und der Eintrag organischer Bestandteile eine Rolle. A 5 Nähe zu spezifischen Produktionsstätten Die Einwirkung auf die Dachfläche erfolgt in Form von Aerosolen, d. h., die entsprechenden Stäube hängen sich an Wassertröpfchen an. Trotz der Regenabwaschung verbleiben in Falzen und an anderen Stellen des Daches Substratreste, die für die entsprechenden Pflanzengesellschaften den Lebensgrund bilden. B Konstruktiv bedingte Grünbildungsfaktoren B 1 Dachneigung/Gebäudehöhe Die Erfahrung zeigt, je steiler das Dach und je höher das Gebäude ist, umso weniger Grünbildung erfolgt. Schleppgaube und flach geneigte Dachflächen weisen allgemein eher Bewuchs auf als steilere Dachflächen. Zum Beispiel ist auf Aufschieblingen mit geringerer Neigung als der Hauptdachfläche häufig eine Grünbildung festzustellen. B 2 Mangelnde oder nicht vorhandene Deckwerkstoffhinterlüftung Infolge schlechter oder nicht vorhandener Deckwerkstoffhinterlüftung im ausgebauten Dach können die Abtrocknungsprozesse weit weniger schnell vonstatten gehen. Die neben dem Vorhandensein von Substraten weitere wichtige Lebensgrundlage für organische Lebewesen Wasser kann länger auf diesen Dachflächen verbleiben. Im Vorbereich von Dachgauben, Schornsteinköpfen etc. ist z. B. häufig zunächst eine stärkere Algenbildung wahrnehmbar als auf der übrigen Dachfläche. Dies kann als erstes Indiz für mangelhafte Hinterlüftung angesehen werden. Auch zwischen Dachbelüftungselementen im Traufbereich, die zu weit auseinander stehen, mithin die erforderlichen Belüftungsquerschnitte nicht erreichen, zeichnen sich häufig bei Zutreffen anderer Grünbildungsfaktoren Grünbärte ab. Bei nicht ausgebauten Dächern treten Grünbildungen auch auf, wenn der Gesamtdachraum nicht ausreichend quergelüftet ist oder wenn aus Gründen der Regeneintriebsvermeidung Unterspannbahnen oder Unterdächer vorgesehen sind und hier die Hinterlüftung fehlt oder zu gering dimensioniert ist. B 3 Behinderung des Wasserlaufs Bauschutt, Absprengungen, unkorrekt ausgeführte Metallanschlüsse mit wasserlaufbehindernden Aufkantungen etc. können Ursache für Substratablagerungen sein, die sich im Laufe der Zeit auch in Falzen festsetzen können. B 4 Denkmalbedingte Details Bei Strohdockendeckungen ist die Grünbildung (Moosriegel am Dachziegelfußpunkt) aus Regeneintriebsvermeidungsgründen gewollt. Ortgangdetails aus Holz sind häufig Ausgangspunkt für die Grünbildung auf der gesamten Dachfläche. C Weitere Faktoren C 1 Aerosole aus dem Gebäudeinneren Um Dunstrohre, auch um Einlaufbereiche von Regenfallrohren, kann sich selbst auf glasierten Dachziegeln ein regelrechter Kranz aus Algen etc. bilden. Organische Bestandteile in der Luft in Verbindung mit Feuchte bieten hier die Lebensbasis. Dies gilt bedingt auch für Küchenabzüge. C 2 Vogelkot Unter Verweilbereichen von Vögeln auf dem Dach, Antennen, Kaminkanten etc., kann spätestens an der Traufe Grünbildung erwartet werden. C 3 Andere organische Bestandteile aus dem unmittelbaren Wohnumfeld Zusätzlich zu den bereits beschriebenen Faktoren kann z. B. häufiges Rasenmähen in Hausnähe bei geringeren Gebäudehöhen zu organischen Ablagerungen auf dem Dach führen. D Werkstoffspezifische Faktoren Je glatter die Dachziegeloberfläche ist, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit der Substratablagerung. Aber auch auf glasierten Dachziegeln kann sich ähnlich wie auf Glasdächern eine Grünbildung langfristig einstellen. Ein weiterer Faktor ist die Wasseraufnahmefähigkeit des Dachziegels. |